Sonntag, 23. September 2012

Der sterbende König - Bernard Cornwell


Der sterbende König – Bernard Cornwell


Der König stirbt.
Das Reich soll leben.
Zum Ende des neunten Jahrhunderts droht England erneut im Chaos zu versinken. Uhtreds Herr, König Alfred, ist ein todkranker Mann. Krieg liegt in der Luft. Alfred will, dass sein Sohn Edward ihm auf dem Thron folgt. Doch die Krone begehren viele, Sachsen und heidnische Wikingerfürsten. Ist es für den Krieger Uhtred nun an der Zeit, das ihm geraubte Land im Norden wiederzuerobern? Nein. Denn auch wenn ihn kein Eid an den schwachen Königssohn bindet: Uhtred wird nicht zusehen, wie Alfreds Traum von einem starken England in Blut und Brand versinkt. (Verlagsinfo)


Kritik

Der sechste Band der „Sachsen vs. Wikinger –Saga“ von Bernard Cornwell ist mit Sicherheit einer der ruhigeren Titel innerhalb dieser Reihe.

Es ist wahrscheinlich die Ruhe vor dem Sturm, der kommen wird. König Alfred, Herrscher von Wessex liegt im Sterben und die britische Insel ist noch immer nicht unter einem Banner vereint. Zu viele Gebiete sind von den Wikingerfürsten besetzt, die ähnlich wie König Alfred über ihr Territorium herrschen. Und auch innerhalb der eigenen Familie Alfreds, sind sich seine Kinder nicht einig wer über wem herrschen und regieren soll. Die Dänen verhalten sich noch ruhig, es ist die Zeit zu paktieren, Bündnisse zu schließen um sie entweder loyal einzuhalten oder sie gleich zu brechen. Es ist eine Zeit der Intrigen und der persönlichen Motivation, vom Kuchen der Macht möglichst viel abnehmen zu können.

Damit beginnt für Uhtred eine unruhige Zeit, auch für ihn selbst nicht nur als „Diener“ und Schwert des Königs. Welchen Weg soll der nicht mehr junge Recke nehmen. Es wäre die Gelegenheit sich den Dänen anzuschließen, um vielleicht sein Erbe und seine Burg seinem verhassten Onkel abzunehmen.

Diese Gedanken der Dänischen Wikingerfürsten, die England nun final erobern könnten, bilden das Grundgerüst der ganzen Geschichte die uns Bernard Cornwell erzählt. Dabei geht es weniger um die detaillierte Erzählung von Schlachten, die der Autor in Perfektion beherrscht, sondern eher darum welche Entscheidung die einzelnen potenziellen Thronanwärter nun einschlagen wollen.

Das mag für jeden Leser von Bernard Cornwell auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen und viele werden die actionlastigen Szenen vermissen, doch auch ein Autor muss sich neu orientieren, wenn ihm das Zeitfenster dieser Epoche seinen Willen aufzwingt. Und so lässt der Autor König Alfred gegen Ende des Romans sterben und schließlich am Ende des Romans wird der Leser wissen, das Uhtred weiterkämpfen wird, denn es wird noch lange nicht ruhig auf der britischen Insel.

Einen wirklichen Spannungsbogen erreicht die Geschichte diesmal nicht. Viel mehr ist der vorliegende Band die Einleitung für einen beginnenden Kampf um den Thron, der in den nächsten Bänden sicherlich erzählt werden wird. In „Der sterbende König“ orientieren sich die Protagonisten „neu“ und damit übernehmen Dialoge den Kern der Geschichte und lassen die schwingenden Schwerter und Äxte diesmal erst in der zweiten Reihe Platz nehmen.
Fazit

„Der sterbende König“ ist kein schlechtes Buch, allerdings ohne konstanten, oder sich überhaupt zu entwickelten Spannungsbogen, dass schwächste dieser Reihe.

Es fehlt ein wenig an Atmosphäre und an dramatischen Inhalten, die sicherlich im siebten Band wieder zum Tragen kommen.

Letztlich ist „Der sterbende König“ von Bernard Cornwell zu empfehlen, da die Geschichte um die Entstehung von England hier weiter erzählt wird. Manchmal muss man halt eine kleine Pause einlegen, um neu an Fahrt gewinnen zu können.

Unabhängig von den anderen Titeln, dieses Buch zu lesen, macht überhaupt keinen Sinn, denn schon nach wenigen Seiten wird der Leser feststellen, dass es ihm nicht gelingen kann, den roten Faden überhaupt erkennen zu können.

Ich freue mich auf den nächsten Band – denn bekanntlich, sind Kämpfe um einen Thron, um Land und Macht, alles andere als ruhig.

Der König ist tot – Lang lebe der König.


Michael Sterzik









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