Freitag, 28. Juni 2013

Der Rote Sarg - Sam Eastland


Der rote Sarg (Sam Eastland)

Moskau 1939: Oberst Nagorski ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Der Ingenieur war für Stalins wichtigstes Projekt verantwortlich – den neuen, hochgeheimen Panzer T-34, von Spöttern auch »der rote Sarg« genannt. Der Diktator glaubt an Sabotage und vermutet, dass die »Weiße Gilde« Nagorski ermordet hat. Sonderermittler Pekkala erhält den Auftrag, die Verschwörer aufzuspüren – eine lebensgefährliche Mission. Denn niemand weiß, ob es die Gruppe überhaupt gibt. (Verlaginfo)

Kritik

Nach dem ersten Teil „Roter Zar“ von Sam Eastland lässt der Autor erneut seinen Sonderermittler Pekkala in Russland auf Verbrecherjagd gehen. In „Der Rote Sarg“ bekommt Pekkala direkt von Stalin den Auftrag zu ermitteln, wer den Ingenieur Nagorski ermordet hat. Der rote und für seinen Jähzorn bekannte Diktator vermutet nicht zu unrecht eine Reihe von Verrätern, die das russische Militär indirekt bedrohen, hinter dem Mordanschlag steckt.

Auch dieser zweite Band der Reihe spielt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Angriff der Deutschen auf Polen scheint unmittelbar bevorzustehen und Mütterchen Russland befürchtet, trotz verschiedener vertraglichen Nicht-Angriffs-Pakte in den Krieg einbezogen zu werden. Das heißt für Stalin, mit aller Macht seinen Militärapparat aufzurüsten. „Der Rote Sarg“ ein neu entwickelter Panzer soll den Deutschen auf dem Schlachtfeld das Fürchten lernen, auch wenn dieser wie Pekkala schnell feststellt noch unter diversen Kinderkrankheiten leidet, nicht in Produktion gehen sollte. Damit ist eigentlich die grobe Handlung des vorliegenden Romans schon erzählt.

Da Pekkala, ein russischer Agent mit der Lizenz zum: Töten, Spionieren, Verhaften, Beschlagnahmen usw. ein durch und durch feiner Kerl ist, gibt er sich, obwohl er den aufkommenden Stalinismus kritisch sieht, dem System doch treu ergeben. Anders wie im ersten Teil erfährt der Leser nicht viel Neues über die Hauptfigur. Im Grunde werden die wichtigsten und dramatischsten Szenen seines Lebens noch einmal erzählt. Dies ist ein relativ großer Kritikpunkt, wenn man sich die Entwicklung der Hauptfigur anschaut. Seine persönlichen Gefühle, seine Emotionen und seine Gedanken schaltet Sam Eastland leider förmlich total ab. Trotzdem besitzt „Der Rote Sarg“ eine ganz eigene und interessante Atmosphäre. Die Spannung bleibt konstant im guten Niveau, entwickelt sich aber auch nicht mit der Handlung weiter fort.

Die Handlung wird dann interessant, wenn es zu Rückblenden in die Zarenzeit kommt. Alleine das wäre es wert einen eigenständigen Roman zu schreiben in der auch die Vergangenheit von Pekkala wieder mehr ins Licht rückt. Diese Passagen sind so interessant und lebhaft erzählt, dass sie, wenn man sie mit der eigentlichen Handlung vergleicht die Haupthandlung in den Hintergrund zu drängen vermag.

Es gibt nicht viel neue Charaktere in der Handlung, dafür allerdings ein paar mehr witzige Momente und ernste Dialoge mit seinem Assistenten Kirow, dem deutlich mehr Platz gegeben wird. Die Zukunft von Pekkala kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges bleibt am Ende verschwommen, auch wenn der Autor eine mögliche Aussicht auf das nächste Abenteuer des russischen Sonderermittlers wirft.
Fazit

„Der Rote Sarg“ von Sam Eastland ist schwächer als der erste Band der Reihe. Nach Möglichkeit sollte der Leser zu dem ersten Band „Roter Zar“ greifen, da hier die Figur von Pekkala mehr analysiert und dargestellt wird.

Nichtsdestotrotz gelingt dem Autor Sam Eastland mit diesem Roman wieder ein guter, solider Thriller der hält, was er eben verspricht. Er wird nicht langweilig oder schweift vom Thema ab. Der Autor konzentriert sich ausschließlich auf die Perspektive des Ermittlers, dass mag leider manchmal etwas eindimensional wirken.

Ich bin gespannt auf den dritten Teil, hoffe allerdings, dass der Autor sich evtl. ein Herz nimmt, um Pekkalas Vergangenheit uns noch schmackhafter zu machen.

„Der Rote Sarg“ ist absolut zu empfehlen, alleine schon weil der Roman in einer Zeit spielt, die interessant und viel Raum für Abenteuer gibt.

Michael Sterzik














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