Samstag, 22. Juni 2013

Die Legende der Dunkelheit - Richard Doetsch


Meisterdieb Michael St. Pierre wollte sein Handwerk nie wieder ausüben. Doch eine perfide Erpressung zwingt ihn dazu, sein Versprechen zu brechen. Er und seine Exfreundin KC Ryan sollen ein Tagebuch stehlen, dessen Inhalt eines der größten Geheimnisse der Geschichte birgt. Versagt einer von ihnen, muss der andere sterben. Der Weg führt Michael St. Pierre in die Unterwelt der chinesischen Triaden und zu einem Gegner, der alles daran setzt,
Michaels Plan zu sabotieren ...(Verlagsinfo)

Kritik

Diebe sind die stillen Helden der Dunkelheit, die Schatten in den Gassen, die lautlosen Geistern denen es nach Reichtum giert. Das klingt jetzt übertrieben, aber hinter jeder Legende lauert auch ein Stückchen Wahrheit. In dem neuesten Roman von Richard Doetsch lässt er seinen Meisterdieb Michael St. Pierre durch die Hölle gehen. Der talentierte Meisterdieb, der eine internationale und dabei höchst erfolgreiche Firma besitzt, wird erpresst und es gibt keinen Ausweg als sich der riskanten Herausforderung zu stellen. Ansonsten verliert er seine (Ex)Freundin KC Ryan die ebenso eine meisterliche Diebin sein kann wie er selbst.

Richard Doetsch erzählt in perfekter, spannender Manier einen abwechslungsreichen und atmosphärischen Thriller. „Die Legende der Dunkelheit“ überzeugt durch eine anhaltende Spannung mit komplexen, sympathischen Figuren. Gerade diese Figuren mit ihrer manchmal dunklen und geheimnisvollen Vergangenheit sind so geschickt platziert das es ein Vergnügen ist z.B. Michael St. Pierre auf seinen halsbrecherischen Diebesausflug auf Schritt und Tritt zu folgen. Doch es sind nicht nur die vielen Actionszenen sondern auch immer wieder einmal die Rückblenden in die Vergangenheit der Charaktere. Ob „Freund“ oder „Feind“ jeder erzählt seine Geschichte und damit seine Motivation und Perspektive. Manchmal verschwinden also damit auch die Grenzen zwischen gut und böse.

Wer im Kino die Trilogie um Danny Ocean gesehen hat, wird sich beim lesen des vorliegenden Buches an einige Passagen erinnern, die ähnlich sein mögen. Auch hier ist Gewalt nicht die allererste Wahl um sein Ziel zu erreichen, aber anders wie Oceon schreckt auch Michael St. Pierre nicht davor zurück, wenn es keinen anderen Weg gibt. Mit dem ehemaligen harten Cop Busch und dem geheimnisvollen Priester des Vatikans Simon bildet das Trio eine starke Front gegen ihre Feinde, allerdings ist das gar nicht so einfach diese zu identifizieren. Denn nicht nur Michael St. Pierre ist ein Meister der Verwandlung, der Täuschung und Tarnung, es gibt durchaus Figuren in diesem Buch, die man als „ehrenhafte“ Feinde bezeichnen kann.

Sehr listenreich und geschickt baut der Autor Richard Doetsch noch eine mystische Legende ein und durchsetzt diese mit historischen Fakten, die den Leser absolut in den Bann ziehen und wo Langeweile wirklich zu einem Fremdwort wird.

Für zartbesaitete Leser ist die Story dann allerdings auch manchmal zu viel denn es gibt doch so einige Tote, und wenn wir gerade bei den Todsünden sind – nun ja ich glaube die haben hier alle ihren kleinen oder größeren Auftritt.


Fazit

„Die Legende Dunkelheit“ ist ein Garant für spannende Unterhaltung und einer der stärksten Thriller in diesem Jahr.

Überzeugende Dramatik, schnelle und actionreiche Passagen schaffen eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Hinzu kommen noch geschichtliche und mystische Elemente die nicht überhastet und so phantastisch eingebaut sind, dass man sie als abwegig bezeichnen könnte.

Alleine auch die Nebenfiguren könnten passabel in eigenen Romanen ihre Abenteuer erleben. Gerade der Priester Simon ist prädestiniert dafür seinen Dienstherren den Vatikan in geheimen Missionen zu unterstützen, vielleicht ein Ansatz für die nächsten Romane?!

„Die Legende Dunkelheit“ bietet diebischen Spaß und überzeugt durch Power und Dramatik. Faszinierende Unterhaltung in Höchstform.

Michael Sterzik




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