Sonntag, 12. März 2017

Empire of Storms - Pakt der Diebe - Jon Skovron

Um es schon einmal vorab zu sagen – es ist ein harter, blutiger Roman aus dem Genre Fantasy. Brutale Szenen, eine vulgäre Sprache, und kompromisslose Szenen zeichnen den vorliegenden Roman aus. Wohin die Reise geht und mit wortwörtlicher sprachlicher Gewalt und Ausdruck hier gearbeitet wurde, wird dem Leser schon nach den ersten Kapiteln klar.

Die Charaktere sind wie so oft in diesem Genre und dem Hintergrund, den der Titel schon verrät, sehr klassisch konzipiert. Ein Waisenmädchen, das später eine professionelle Kampfausbildung von Kriegermönchen erhält und einzig und alleine auf Rache sinnt. Ihre Eltern wurden von Magiern des Imperiums, den sogenannten Biomanten, grausam getötet, dass ganze Dorf fiel dem katastrophalen Versuchs eines Experiment zum Opfer.

Ein junger Dieb, der nicht weiß, woher er stammt und aufgewachsen in der Gosse einer Stadt danach strebt, ein und überhaupt der Meisterdieb zu werden. Seine Werkzeuge sind seine Hände, und diese sind flink und verstehen es meisterhaft zu töten, wenn er in die Enge getrieben wird.

In „Pakt der Diebe“, der der erste Roman einer geplanten Reihe sein soll, geht es düster und brutal zu. Ein Menschenleben ist nichts wert – egal ob man nun aufseiten der Gesetzlosen, dem sozialen Bodensatz der Gesellschaft steht, oder als Soldat, Magier des Imperiums seinen Dienst versieht. Die beiden Protagonisten sind ebenfalls keinen Deut besser – skrupellos, ohne viel Moral und Ehre, mit ein wenig Verantwortung metzeln diese sich quer durch die Handlung. Der sympathische Faktor hält sich damit zumindest anfangs sehr in Grenzen, allerdings relativiert es sich mit dem Fortschritt der Geschichte. Die beiden Charaktere sind das Produkt ihres sozialen Umfelds,  und das sind zumeist Mörder, Räuber, Diebe und anderes Schattengesindel – demnach lassen die beiden doch so manchen über die sprichwörtliche Klinge springen – und das so beiläufig, als würde man sich die Nase putzen.

Die Atmosphäre des vorliegenden Romans ist durchweg von brutaler Gewalt und Aktionismus durchsetzt was bei der inhaltlichen, gewollten Tiefe der Story nicht wirklich authentisch wirkt.

„Pakt der Diebe“ spielt in einer Welt zwischen Steampunk und dem Spätmittelalter. Verwendung finden alle möglichen traditionellen Waffen, Kleidung usw. entspricht wohl dem des Steampunks und als fantastisches Element gibt es dann die Biomanten – die als „Magier“ ganz eigene Motive besitzen, aber diese zumeist zum Wohl des Imperium einsetzen. Dieses Imperium scheint sich entweder auf einen kommenden Angriffskrieg, oder einer Verteidigung einzustellen. Leider gewährt uns der Autor von dieser interessanten Gruppierung wenig an Informationen.  

Fazit

„Pakt der Diebe“ ist Fantasy für Erwachsene. Wenig Dialoge und wenn sind diese durchsetzt von einer vulgären Sprache, Gewalt ist das Credo um das es hier primär geht. Als Auftakt gar nicht schlecht – doch hoffe ich doch, dass der zweite Teil sich innerhalb der Handlung weniger mit Kämpfen beschäftigt und mehr Überraschungen und Wendungen präsentieren kann.

Bedingt empfehlenswert – und muss sich noch positiver entwickeln, um letztlich überzeugend zu sein.

Michael Sterzik



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